Die einzigartige Skateweek: viel mehr als nur die offizielle deutsche Meisterschaft (2019)

Allgemein, Feature, Offizielle Deutsche Meisterschaft, Wettbewerbe| Views: 468

Text Shiran Habekost

Photos Yvonne Labetzki, Dennis Scholz und Daniel Wagner

Was genau macht Skateboarding aus? Wie sieht eine gelungene Meisterschaft aussehen? Ganz zentrale Fragen, die sich nicht nur wir im Skateboarding stellen, sondern wohl auch viele andere Sportarten. Was genau macht uns aber einzigartig? Und was gehört nun zu Skateboarding und was nicht?

War es die Art Show, mit den tollen Fotos von Laura Kaczmarek, Nizan Kaspers Videoinstallation, den einzigartigen Bilder von Stefan Marx oder die skatebaren Skulptur von Roberto Cuellar? War es der Tag danach, mit dem Pocket Book Release? Wir wollen den DIY Quest, der in Dortmund stattfand nicht vergessen… Oder war es die fast perfekt organisierte Meisterschaft in Street und Park?

Wieder einmal hat sich das Sprichwort, dass das Ganze mehr als die Summe aller Teile ist, bewahrheitet. Aber dazu gleich mehr und Schritt für Schritt.

Skateweek: Die Side Events und Shows

Die Skateweek zeichnete sich nicht nur durch die offiziellen Meisterschaften aus, die mehr als spannend waren, sondern auch durch eine Fülle an Side Events. Sie startete zwar offiziell mit einer Pressekonferenz aber die war für Journalisten und daher eher uninteressant für alle, die aus ganz Deutschland und einigen Nachbarländern angereist kamen.

Diese trafen sich bei der Galerie Ninasagt am Mittwochabend das erste Mal. Gemütliches Beisammensein, ein paar Drinks und viel Respekt für die Kunst, die gezeigt wurde.

Es wurde gelacht und sich lebhaft ausgetauscht. Wenn es nicht so klischeehaft klingen würde, könnte man sagen, dass sich die Szene ihr jährliches „ein-stell-dich“ ein gab. Ganz erstaunlich war dabei, dass es erst die zweite Skateweek war, aber alle, die da waren, fühlten sich sofort wieder wohl, gerade so, als ob dieses Ereignis schon immer ein Teil unserer Szene in Deutschland war. Man lies den Abend gemütlich ausklingen und motivierte sich schon mal für den DIY Quest am nächsten Tag.

Um 12 Uhr  am Donnerstag standen die zuvor vom Ausrichter organisierten Reisebusse bereit um mit allen, die Lust hatten, nach Dortmund zu fahren um beim Cash for Tricks im Utopia DIY dabei zu sein.  Worte können schwer fassen, was dort  los war: Nur so viel soll gesagt sein, schaut euch die Bilder an.

Am frühen Abend ging es zurück nach Düsseldorf: Alle waren gehyped und einige hatten ein paar harte Slams eingesteckt. Zeit also, zu relaxen und zu besprechen, wie der Tag verlaufen war. Und wo könnte man das besser als beim Book Release von Pocket?

Ein kleiner Wallride durfte nicht fehlen, weil wir eben Skater sind und immer noch mal einen auspacken wollen. Wer dann noch Lust hatte, ist nicht ums Karaoke Singen herum gekommen.

Am Vortag zur Meisterschaft kam es zu einem weiteren Höhepunkt: Real Street – sprich, es wurden richtige Spots ausgesucht – am wunderschönen Rheinufer – und diese wurden dann kräftig bearbeitet: Erst ein Stufenset und danach eine Bank, sowie Kicker to Bank.

Den Abschluss bildete das wahrscheinlich längste Rail in Düsseldorf direkt zwischen Medienhafen und Rheinturm. Natürlich gab es Cash für Tricks aber man merkte deutlich, dass alle den Spaß den die Skater hatten, mehr genossen haben, als irgendwelches Geld. Fabian Lang moderierte zuverlässig durch die Session und animierte immer wieder, noch einmal mehr zu geben. Dem wurde natürlich Folge geleistet…

Als die Session vorbei war, fanden sich alle am Hafen der Medien ein: Das Wetter war super, milde Sommerluft, Trocken und mindestens 400 Gleichgesinnte auf dem Platz. Zeit für die Video Night unter offenen Himmel! Es wurden Parts von Justin Sommer, Stanley We aus Hamburg und vielen mehr gezeigt. Insgesamt war die Stimmung mehr als ausgelassen und der perfekte Vorabend für die Meisterschaft. Es ist immer wieder schön zu sehen, welch ein wichtiger Teil Videos in unserer Kultur sind und wie sich die Macher immer wieder etwas Neues einfallen lassen, um Skaten neu in Szene zu setzten.

Die Meisterschaft

Die offizielle Meisterschaft erstreckte sich wie letztes Jahr über zwei Tage: Dabei ist der Samstag mit dem Open Qualifier für die letzten begehrten Plätze in Street und Park ein Höhepunkte für sich. Jeder, der sich nicht in einer der Regio Meisterschaften vorqualifiziert hatte, hatte die Chance, sich noch zu qualifizieren. Da war das Starterfeld sehr gemischt: Von denen die es Mal probieren wollten bis zu denen, die es einfach nicht vorher geschafft hatten. Am Nachmittag ging es über zum ganz offiziellen Teil: die Meisterhaft und die Vorqualifikation zum Finale und Semifinale am nächsten Tag.

 

Insgesamt sind bei der Skateweek 2019 an die 100 Skateboarder gestartet. Diese waren dabei wie folgt aufgeteilt:

 

Street Frauen

Street Männer

Park Frauen

Park Männer

Neben den sehr hochwertigen Skaten, war die Organisation extrem gut: Physiotherapeut sowie Getränke und Essen gab es  für alle Starter. Sowieso war der Skatepark Eller sehr gut besucht und die Ausrichter hatten keine Mühe gescheut, ein echtes kleines Festival Village mit Foodtrucks und Ausschank aufzubauen. Auch waren die Flächen, gut abgetrennt, so dass das Publikum wusste, wo es stehen durfte und wo nicht. Lennart Kiepe und David Luther waren wieder das Traumduo an Mic. Sie behielten das Publikum und die Skater stets im Blick und sorgten für gute Laune durch beste Moderation. Kurz vor dem letzten Heat sorgte ein Schauer dafür, dass der offizielle Teil der Meisterschaft für Samstag vorbei war. Aber Skaterherz kennt kein Schmerz und so wurde, noch auf nasser Oberfläche, der überlange Slappy Curb ausgepackt. Wer nicht dabei war, hat es verpasst. Soviel dazu: Es war einfach ein Riesenspass!

Am Sonntag dann ein weiteres Highlight: Die finalen Runs. Natürlich müsste man schreiben, dass es DAS HIGHLIGHT war.

Aber wie Anfangs schon gesagt – es war ein weiteres Highlight. Denn jedes Event, jeder Run, jede Action war einfach einzigartig, super organisiert und darüber hinaus stand es für sich aber auch für die Gemeinschaft, die Skateboarding halt so einzigartig macht. Man musste nicht alles Mitmachen; bei jeder Verabredung dabei zu sein war nicht Pflicht! War man aber nicht dabei, war man halt nicht dabei. Aber dazu gleich mehr.

 

Jedes Finale war extrem spannend und die Zahlen lassen es zwar erahnen aber es war weit aus mehr nur der Run, der gezählt hat. Es waren die Zuschauer, die kräftig angefeuert haben. Es waren die Skater*innen, die sich immer wieder motiviert haben, noch eine Schippe drauf zu legen, es war das Wetter und einfach dieser Spirit, den nur die Skateweek hat.

Bei den Frauen im Park hat zurecht Lilie Stoephasius gewonnen

RANK BIB LASTNAME FIRSTNAME NAT CITY AGE ROUND TOTAL
1 9 Stoephasius Lilly DE Berlin 12 F 75,83
2 8 Fessl Alisa AT Villach 18 F 61,13
3 7 Müller Lena CH Ennefbühl 16 F 54,33
4 6 Riera Claudia CH Basel 36 F 49,47
5 5 Baumbusch Hannah Sophia DE Berlin 25 F 47,90
6 4 Werner Elsa DE Köln 31 F 36,60
7 3 Stoephasius Thora DE Berlin 9 F 31,80
8 2 Butenko Irina DE Fulda 17 F 18,00
9 1 Junker Amelie DE Berlin 11 F 15,90

Bei den Männern Park konnte Tyler Edtmayer seinen Titel verteidigen

RANK BIB LASTNAME FIRSTNAME NAT CITY AGE ROUND TOTAL
1 8 Edmayer Tyler DE Lenggries 18 F 69,27
2 7 Janssen Lennard DE Düsseldorf 18 F 62,17
3 5 Zoref Omar DE Berlin 18 F 62,10
4 4 Ruhoff Greg CH Montreux 20 F 59,33
5 6 Kutscha Fabian DE Schwarzenbach/Saale 24 F 53,97
6 2 Adomako Julian DE Düsseldorf 21 F 52,20
7 3 Lichtenstein Noam CH Zürich 15 F 49,83
8 1 Nawrocki Thilo DE Düsseldorf 46 F Injured

Das Finale Street war vor Spannung kaum zu stoppen: Alex Mizorov war im Semifinal noch vorne aber Justin Sommer hat einfach nur ausgepackt. Da kam niemand ran und so hat er zurecht gewonnen.

RANK BIB LASTNAME FIRSTNAME NAT CITY AGE ROUND TOTAL
1 7 Sommer Justin DE Berlin 20 F 80,67
2 1 Ring Alex DE Langenfeld 25 F 76,00
3 3 Müller Erik DE Stuttgart 24 F 74,37
4 2 Schall Yannick DE Berlin 31 F 72,00
5 8 Mizurov Alex DE Gaggenau 31 F 70,03
6 4 Pham Denny DE Berlin 29 F 67,67
7 5 Möller Mika DE Osnabrück 15 F 65,37
8 6 Körner Gino DE Bremen 20 F 53,40

RANK BIB LASTNAME FIRSTNAME NAT CITY AGE ROUND TOTAL
1 8 Schairer Lea DE Berlin 30 F 56,70
2 7 Schneeweiß Jennifer DE Göttingen 30 F 54,67
3 5 Konte Vanessa DE Unterhaching 19 F 46,23
4 6 van Linden Sanne NL 20 F 44,40
5 4 Kühne Julia DE Berlin 22 F 43,30
6 1 Storz Helen DE Stuttgart 22 F 40,33
7 3 Altmann Rosa DE Stuttgart 17 F 33,97
8 2 Tiedeken Amelie DE Hamburg 22 F 21,33

Bei den Frauen hat erwartungsgemäß Lea Schairer gewonnen, die trotz eines angeschlagenen Knies alles gegeben hat. Jenny Schneeweiß wurde zweite und es bleibt festzuhalten, dass es mehr als knapp war – fast hätte sie uns alle überrascht. Wir sind gespannt, wie das Duell der beiden Spitzenskaterinnen weiter geht.

Komplette Ergebnislisten finden sich im Download > Link

Unsere Glückwünsche an alle Gewinnerinnen und Gewinner! Sowohl die auf dem Podium als auch die der Herzen!

Abschliessend gab es noch den Best Trick Contest: Stefan Marx hatte die Siegerwand gestaltet aber Finelines als Ausrichter und Stefan haben es sich nicht nehmen lassen, das Murales-Kunstwerk skatebar zu machen. Von Switch Drop in bis zum Wallie Pole Jam war alles dabei: Und so wie es schon bei der Skateweek war – so war es auch beim Best Trick Contest. Es gab nicht den besten Event oder den Trick – alles war für sich ein Highlight. Trick für Trick, Event für Event, Session für Session.

Viele weitere Photos und Videos finden sich in den sozialen Medien!

Last not least: Wir freuen uns auf 2020, wenn es wieder heisst: Skateweek – das Skateboard-Festival in Deutschland.

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