„Was ist Skateboarding?”

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“Es ist Sport, es ist Lifestyle, es ist urbane Praxis. Aber eigentlich ist Skateboarding eine Aktivität in einem bestimmten (urbanen) Kontext. Ein Lernprozess, der einem Freude bereitet, weil man sich Skills aneignet, die vielleicht völlig nutzlos sind. Man braucht es nicht zum Leben, zum Atmen oder um Kinder zu bekommen, und meistens verdient man auch kein Geld damit. Man bricht sich eher die Knochen, als dass man seinem Körper was Gutes tut. Es hat keinen Nutzen, ist aber etwas Soziales, und sogar ein performatives Kunstwerk: ein Handeln, das ein Gefühl bereitet. Es ist ein Gefühl, in das man für sich selbst alles reinprojizieren kann, eine artistische Meisterschaft sogar. Man kann auf die Straße gehen, ohne dass es einen stört, sich auch mal auf’s Maul zu legen. Denn so ist man einfach. Wer das alles nicht vergisst, der wird sein Leben lang Spaß daran haben, sogar dann und vielleicht erst recht, wenn man kein Geld damit verdient.“  (Sara Chabrrour)

Die Skateboardszene ist mal wieder heftig in Bewegung. Skateboarder waren zum Glück schon immer in der Lage, sich den Gegebenheiten anzupassen, Dinge neu zu erfinden und auszubrechen. Mit der Entscheidung des IOC, das Skateboarding in Tokyo 2020 eine olympische Disziplin sein wird, steht uns allen jedoch ein großer Einschnitt bevor. Plötzlich werden von uns Strukturen einer Vereins- und Verbandsorganisation erwartet, die wir bisher nicht hatten oder sogar bewusst abgelehnt haben.  Plötzlich bietet man uns bezahltes hauptamtliches Personal, erwartet die Aufstellung nationaler Bestenlisten und einen drogenfreien Leistungssport.

Ob die Chancen oder die Risiken überwiegen wenn wir uns darauf einlassen, kann heute niemand sagen. Für die einen ist die Teilnahme in Tokyo das Ziel, für die anderen stellt die Aussicht auf olympische Ehren nur ein Mittel dar, um in Deutschland andere Ziele zu erreichen:

  • die lokale Aufmerksamkeit für unseren Sport zu erhöhen und
  • neue Skateparks in Deutschland zu bekommen, die von und durch Skater geplant wurden und die sowohl für coole Contests geeignet sind, wie für den alltäglichen Fahrspaß.

Die organisierten Skateboarder sind eine von sieben Sportarten im Deutschen Rollsport und Inline Verband (DRIV). Innerhalb dieses Verbandes ist die Nationale Sportkommission das höchste Gremium, das alle grundlegenden Entscheidungen trifft.

Mit dieser neuen Web-Seite machen wir euch ein Informationsangebot zu allen Fragen rund um Skateboarding. Ob Sportstättenbau oder die Präsentation des Skate-Team Deutschland, hier findet ihr hoffentlich Antworten auf alle eure Fragen.

Skateboarding ist eine Bewegungskunst, die man können muss. Das geht allerdings nur, wenn man leidenschaftlich bei der Sache ist, es sich einverleibt und viele Stunden praktiziert. Solange es genug Leute gibt, die stundenlang einen Trick probieren, mit zerschlissenen T-Shirts am Spot sitzen, und dabei glücklich sind, wird unsere Kultur lebendig sein. Wir alle werden daran arbeiten, dass dies so bleibt – mit oder ohne Olympia!

Hans-Jürgen “Cola” Kuhn

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