Deutscher Rollsport und Inline und Verband beendet Zusammenarbeit mit der Sportkommission Skateboard (SKSB).

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Der DRIV hat am 20.06. die Zusammenarbeit mit den gewählten Fachwarten der Sportkommission Skateboard beendet und diese durch Beschluss aufgelöst.

Damit endet die von Beginn an schwierige Kooperation  auf der Bundesebene. Die SKSB veröffentlicht hierzu die folgende Stellungnahme in Form einer Pressemitteilung.

Pressemitteilung

Skateboard-Kommission aufgelöst 

– Skateboard Deutschland plant Neustrukturierung Mitte September mit Auftakttreffen in der Kesselschmiede Kassel

Vor dem Hintergrund der Aufnahme von Skateboarding als vorübergehender olympischer Disziplin in Tokyo 2020 zeigte der Deutsche Inline und Rollsport Verband (DRIV) 2016 Interesse, die bis dahin unabhängige Skateboardszene in den Verband zu integrieren und beschloss im Oktober 2016 die Aufnahme von Skateboarding als achte Disziplin im Rollsportverband. Die Sportkommission Skateboard (SKSB) rekrutierte sich zu diesem Zeitpunkt aus gewählten Skateboard-Vertretern von 7 Landesverbänden, die insgesamt 1005 Mitglieder repräsentierten.

Durch eine intensive Aufbauarbeit sind heute im DRIV ca. 3.200 Skateboarder*innen aus 15 Landesverbänden organisiert, die nach der Satzung des DRIV das Recht wahrnehmen ihre sportlichen Angelegenheiten selbstständig und weitgehend autonom zu regeln. Die Satzung des DRIV verpflichtet diesen zur Unterstützung des Breiten- und Leistungssports in einer Atmosphäre des gegenseitigen Respekts und der Toleranz, was angesichts der sehr unterschiedlichen Sportkulturen und strukturellen Rahmenbedingungen der acht unterschiedlichen Sportarten im DRIV eine besondere Herausforderung darstellt.

Mit der Entscheidung des BMI/DOSB, die Sparte Skateboard ab 2017 auch finanziell zu fördern, um eine Teilnahme von deutschen Skateboarder*innen in Tokyo zu ermöglichen wechselte der DRIV seinen Status von einem nicht-olympischen zu einem olympischen Verband. Damit verbunden war eine Professionalisierung der Betreuung der olympischen Angelegenheiten mit Blick auf Kadernominierung und Wettkampfbetreuung und nachhaltige sportartspezifischen Strukturen im Skateboardbereich aufzubauen.

In diesem Prozess kam es in den letzten Jahren allerdings immer wieder zu Entscheidungen durch das geschäftsführende Präsidium des DRIV, die von mangelnder Sachkenntnis der skateboardspezifischen Besonderheiten und fehlendem Kooperationswillen geprägt waren. Die ausschließliche Fokussierung der Verbandsspitze auf die Entsendung von  Teilnehmer*innen nach Tokyo bei gleichzeitiger Geringschätzung der sportfachlichen und sportkulturellen Einbettung des Skateboardsports in die Lebenswelt von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, führte zunehmend zu Konflikten mit der Skateboard-Kommission.

Das Gebot der Satzung des DRIV, vor Entscheidungen eng und kooperativ mit der betreffenden Sportkommission Skateboard im Verband zusammenzuarbeiten wurde in 2019 und 2020 immer wieder missachtet. Mit dem satzungswidrigen Versuch, im Februar 2020 den gewählten Vorsitzenden der Sportkommission Skateboard abzusetzen, erreichte die Auseinandersetzung einen neuen Höhepunkt. Erst nach Vorgaben des Verbandsgerichts wurden diese Entscheidungen zurückgenommen.

Unstrittig waren aktuell nicht Fragen der Zuständigkeit für die spezifischen olympischen Belange, die nach der Satzung klar dem hauptamtlichen Personal zugeordnet sind, sondern Streit gibt es z.B. über die Entmachtung der Sportkommission  für Fragen der Ausrichtung Deutscher Meisterschaften und die Ausbildung von Trainer*innen und Kampfrichter*innen.

Die große Heterogenität der durch den DRIV organisierten Sportarten hätte eine Verbandsführung erfordert, die ihren selbstgesteckten Anspruch nach einer partizipativen und respektvollen Führungskultur mit Augenmaß praktiziert und in der Unterschiedlichkeit der jeweils gelebten Sportverständnisse eine Chance sieht und nicht eine Bedrohung. An diesem Punkt ist das geschäftsführende Präsidium gescheitert, der Rücktritt des Präsidenten und Vizepräsidenten für Finanzen vom 18. Februar konsequent und folgerichtig.

Angebote der Skateboardfachwarte zu einer Konfliktbearbeitung im Dialog in Augenhöhe wurden zum Schluss pauschal abgelehnt, statt dessen wurde mit dem Beschluss am 20. Juni 2020 das Ende der Zusammenarbeit beschlossen und der Skateboard-Kommission das in der Satzung verbriefte Recht abgesprochen, ihre eigenen sportfachlichen Belange in demokratischer Weise selbst zu entscheiden.

Die Auflösung der Kommission ist somit auch Ausdruck der Unfähigkeit und Unwilligkeit der DRIV-Führung zu einer satzungskonformen Konfliktlösung zu kommen.

Die Gründung einer Arbeitsgruppe von Hauptamtlichen, die sich künftig vor allem um die olympischen Belange des Verbandes kümmern soll, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der DRIV kein demokratisches Mandat mehr hat die Belange des Skateboardsports in Breite und Vielfalt in Deutschland zu vertreten.

Die nächsten Wochen und Monate werden zeigen, in welcher Form es gelingt, die Breite und Vielfalt des Skateboarding in Deutschland authentisch jenseits olympischer Ambitionen im DRIV neu zu organisieren. Im September wird es ein erstes Treffen dazu in Kassel geben.

Hans-Jürgen Kuhn Landesfachwart Berlin (ehem. Vorsitzender der SKSB)
Shiran Habekost ehem.  Stellvertretender Vorsitzender
Sven Bielig Landesfachwart Sachsen (ehem. Beisitzer Finanzen)
Benjamin Ali Landesfachwart Bayern
Chris Eggers Landesfachwart Baden
Daniel Schindler Landesfachwart Württemberg
Benedikt Schmidt Landesfachwart Saarland
Matthias Weiland Landesfachwart Hessen
Raik Schamberg Landesfachwart Sachsen-Anhalt
Patrick Weigand Landesfachwart Thüringen
Johannes Koschorrek Landesfachwart Rheinland-Pfalz
Björn Melms Landesfachwart Mecklenburg-Vorpommern

Kontakt

Hans-Jürgen Kuhn          0177 443 7070

kuhn@skateboarddeutschland.de

www.skateboarddeutschland.de

Hier auch zum Download.

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